Still, aber unverzichtbar: Was die Nieren täglich für den Körper leisten.
Foto von Manuel Stettler, www.stettlerphotografie.ch
Die Nieren reinigen den Körper von schädlichen Stoffen und steuern Blutdruck, Wasser- und Salzhaushalt. Dank grosser Reserven bleibt ein Leistungsverlust lange unbemerkt.
Welche Erkrankungen betreffen die Nieren am häufigsten?
Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes gehören zu den häufigsten Ursachen für eine eingeschränkte Nierenfunktion. Aufgrund der hohen Lebenserwartung können diese Erkrankungen über viele Jahre bestehen und die Nieren dabei zunehmend schädigen. «Mit der Zeit verändern sich die Gefässe in den Nieren, das Gewebe wird schlechter durchblutet und stirbt teilweise ab», erklärt Thomas Künzi. Auch wiederkehrende Nierensteine sind ein häufiger Grund für eine Zuweisung: Eine vermehrte Ausscheidung von Oxalat oder Harnsäure im Urin können auf ein erhöhtes Risiko für Nierensteine hinweisen oder bei bereits vorhandenen Steinen Aufschluss über deren Ursache geben. Zunehmend werden auch jüngere Patientinnen und Patienten mit Blutdruckproblemen abgeklärt, ebenso wie Personen, deren erhöhter Blutdruck Folge eines Nierenleidens ist.
Woran erkennt man eine Nierenerkrankung frühzeitig?
Eine fortschreitende Niereninsuffizienz bleibt oft jahrelang unbemerkt. Müdigkeit, Wassereinlagerungen oder Appetitmangel zeigen sich meist erst, wenn die Nierenfunktion bereits deutlich eingeschränkt ist. Zuverlässiger lässt sich eine Nierenschwäche über Blut- und Urinwerte erkennen, die bereits in der Hausarztpraxis erhoben werden. Bei auffälligen Befunden folgt eine Zuweisung an die Nephrologie der SRO AG – je früher, desto besser. In einigen Fällen ist eine Nierenbiopsie notwendig, um Diagnose und Therapie präzise festzulegen.
Wann wird eine Dialyse notwendig?
«Wird ein Nierenschaden rechtzeitig erkannt, lässt sich das Fortschreiten oft mit Medikamenten und einer angepassten Ernährung verzögern. Einmal zerstörtes Nierengewebe erholt sich jedoch nicht mehr», sagt der Chefarzt. Kritisch wird es, wenn die Nierenleistung unter zehn Prozent sinkt: Dann wird abgeklärt, ob eine Aufnahme auf die Transplantationswarteliste oder eine Lebendnierenspende aus dem persönlichen Umfeld möglich ist.
Transplantation: die beste Lösung bei Nierenversagen
Eine Transplantation gilt nach wie vor als die beste Methode, einen Ausfall der Nierenfunktion auszugleichen, besonders wenn keine schweren zusätzlichen Erkrankungen vorliegen. Nierentransplantationen werden in der Schweiz an sechs Zentren durchgeführt, unter anderem am Inselspital Bern, mit dem die SRO AG eng zusammenarbeitet und wo auch die primäre Nachbetreuung stattfindet. Nach sechs bis zwölf Monaten kehren Patientinnen und Patienten für die weitere Kontrolle in die Sprechstunde der SRO AG zurück. Statt regelmässig zur Dialyse zu gehen, genügt mit einem gut funktionierenden Transplantat in der Regel eine zweimonatliche Kontrolle. Für nierentransplantierte Frauen ist bei optimierter Medikation auch eine Schwangerschaft möglich.
Moderne Dialysestation im Haus Süd
Zur Anwendung kommen zwei Verfahren: die Hämodialyse, bei der das Blut ausserhalb des Körpers gereinigt wird, sowie die Peritonealdialyse, bei der das Bauchfell als natürliche Filtermembran dient. Eine Hämodialyse dauert rund vier Stunden und findet an drei Tagen pro Woche statt. Die Peritonealdialyse erfolgt selbstständig zu Hause und bietet mehr Freiraum, erfordert aber hohe Eigenverantwortung.
Die Dialysestation ist Montag, Mittwoch und Freitag von 7 bis 18 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag von 7 bis 15 Uhr geöffnet; ausserhalb dieser Zeiten steht ein Pikettdienst für Akut- und Notfalldialysen bereit. Feriendialysegäste sind willkommen.
Möchten Sie sich für eine Beratung oder Behandlung anmelden? Nehmen Sie idealerweise Kontakt mit Ihrer Hausarztpraxis auf. Diese veranlasst die Zuweisung. Selbstverständlich können Sie uns auch direkt kontaktieren:
T 062 916 31 94
nephrologie(at)sro.ch
Bildlegende (ganz oben): Dr. med. Thomas Künzi, Chefarzt Nephrologie und Dialyse der SRO AG im Gespräch mit einer Patientin.